Tages-Sicht24 Mittwoch, 22.07.2026
Militär & Verteidigung

KNDS plant Kapazitätserweiterung, TKMS zieht Übernahmeangebot zurück

22.07.2026, 07:10 Uhr · Tages-Sicht24 Redaktion
KNDS plant Kapazitätserweiterung, TKMS zieht Übernahmeangebot zurück
Symbolbild · KI-generiert

Das deutsche Landsystemhaus KNDS Deutschland strebt eine deutliche Ausweitung seiner Produktionskapazitäten an und prüft dazu Kooperationen. Gleichzeitig hat ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) sein Angebot zur Übernahme von German Naval Yards Kiel (GNYK) zurückgezogen. Zudem wird ein französischer Vorschlag zur gemeinsamen Produktion eines Luftverteidigungssystems geprüft.

KNDS Deutschland, ein führendes Unternehmen im Bereich Landsysteme, beabsichtigt, seine Fertigungskapazitäten erheblich zu steigern. Hierfür werden Gespräche mit potenziellen Partnern geführt, darunter auch Unternehmen außerhalb der Rüstungsindustrie. Dies betonte CEO Florian Hohenwarter heute nach einem Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius am KNDS-Standort in Kassel.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich zudem zu einem Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bezüglich einer Koproduktion des Luftverteidigungssystems SAMP/T NG. Pistorius kündigte an, diesen Vorschlag eingehend zu prüfen, da er sowohl technisch als auch hinsichtlich der militärischen Einsatzfähigkeit komplexe Fragen aufwerfe.

Im Bereich des Schiffbaus hat der deutsche Werftkonzern TKMS sein unverbindliches Übernahmeangebot für die Kieler Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) zurückgezogen. Berichten zufolge konnten sich TKMS und der französische Eigentümer CMN NAVAL nach intensiven Verhandlungen nicht auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Transaktion einigen.

Des Weiteren hat das niederländische Verteidigungsunternehmen Destinus auf der Farnborough International Airshow ein Konzept für den bodengestützten Raketen-Abfangflugkörper Vorexon vorgestellt. Dieses System ist für den Schutz kritischer militärischer und infrastruktureller Anlagen vor Artillerieraketen und bestimmten Artilleriegeschossen konzipiert und soll eine bestehende Lücke in der europäischen Luftverteidigung schließen.

Der französische Batteriehersteller Saft, eine Tochtergesellschaft von TotalEnergies, erhielt von der Naval Group einen Großauftrag. Saft wird Lithium-Ionen-Batteriesysteme der nächsten Generation für die U-Boot-Familien „Barracuda“ und „Scorpene“ liefern. Dieser Auftrag stärkt Safts Position in europäischen Verteidigungsprogrammen.

Hintergrund

Die europäische Rüstungsindustrie steht vor der Herausforderung, ihre Produktionskapazitäten angesichts gestiegener globaler Sicherheitsanforderungen zu erweitern. Gleichzeitig prägen Konsolidierungsbestrebungen und internationale Kooperationen den Sektor, um Effizienz zu steigern und technologische Entwicklungen voranzutreiben. Die Integration neuer Technologien wie Lithium-Ionen-Batterien in militärische Systeme ist dabei ein wichtiger Trend.

Quelle: nach Medienberichten