Tages-Sicht24 Donnerstag, 30.07.2026
Wissenschaft

Neue Forschung zu Reiserträgen, Tiefseebergbau und klimafreundlicher Luftfahrt

30.07.2026, 07:10 Uhr · Tages-Sicht24 Redaktion
Neue Forschung zu Reiserträgen, Tiefseebergbau und klimafreundlicher Luftfahrt
Symbolbild · KI-generiert

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass globale Ertragsmodelle die Auswirkungen extremer Hitze auf Reiserträge unterschätzen. Gleichzeitig rückt der Tiefseebergbau ohne regulierendes Rahmenwerk in den Fokus, während die Entwicklung klimafreundlicher Regionalflugzeuge vorangetrieben wird.

Eine neue Studie unter Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) offenbart, dass bestehende globale Ertragsmodelle die Ertragseinbußen bei Reis durch extreme Hitze deutlich zu niedrig ansetzen. Die Untersuchung, die 214 Freilandexperimente mit sieben globalen Ertragsmodellen verglich, zeigt, dass bei einer globalen Erwärmung um ein Grad der Rückgang der Reiserträge nicht bei 3,8 Prozent, sondern tatsächlich bei 8,1 Prozent liegen könnte.

Parallel dazu intensiviert sich die Debatte um den Tiefseebergbau. Unternehmen und einige Staaten drängen auf den Abbau von Rohstoffen am Meeresgrund, obwohl ein umfassendes Regelwerk zur Regulierung dieses Vorhabens noch fehlt. Umweltverbände warnen eindringlich vor potenziell irreversiblen Schäden für die marinen Ökosysteme.

Im Bereich der Luftfahrt wird an der nächsten Generation klimafreundlicher Regionalflugzeuge geforscht. Das europäische Konsortium OSYRYS, bestehend aus 24 Partnern aus Industrie und Wissenschaft, entwickelt innovative elektrische Schlüsseltechnologien für hybridelektrische Kurz- und Mittelstreckenflüge. Dieses Vorhaben wird von der Europäischen Union im Rahmen des Clean Aviation-Programms mit 40 Millionen Euro geförd und zielt auf höhere Effizienz, geringere Lärmemissionen und reduzierte Treibhausgasemissionen ab. Die Universität Ulm ist ebenfalls an diesem Projekt beteiligt.

Weitere Fortschritte wurden in der Physik erzielt: Forschende am Max-Born-Institut haben eine Methode entwickelt, die mit zwei Attosekundenblitzen die Bewegung von Elektronen sichtbar macht. Zudem hat Dr. Alexander Kabardiadi-Virkovski von der Westsächsischen Hochschule Zwickau ein neues KI-Verfahren entwickelt, das valide physikalische Ergebnisse auch bei unvollständigen Messdaten ermöglicht.

Der Falling Walls Science Summit 2026, eine bedeutende Wissenschaftskonferenz, findet in etwas mehr als drei Monaten, vom 6. bis 9. November 2026, statt. Zur Feier der verbleibenden 100 Tage bis zum Beginn werden 100 bemerkenswerte Teilnehmer und 100 Themen vorgestellt.

Hintergrund

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft, insbesondere auf Grundnahrungsmittel wie Reis, sind seit Langem Gegenstand intensiver Forschung. Gleichzeitig wächst das Interesse an der Nutzung von Rohstoffen aus der Tiefsee, was jedoch Bedenken hinsichtlich des Umweltschutzes aufwirft. Parallel dazu wird weltweit an der Dekarbonisierung des Flugverkehrs gearbeitet, um die Klimaziele zu erreichen.

Quelle: nach Medienberichten