Tages-Sicht24 Mittwoch, 01.07.2026
Gesundheit

Ukrainische Geflüchtete in Deutschland häufiger von psychischen Belastungen betroffen

01.07.2026, 02:00 Uhr · Tages-Sicht24 Redaktion

Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland häufiger unter depressiven und Angstzuständen leiden als andere Bevölkerungsgruppen. Frauen sind dabei generell stärker betroffen.

Die Untersuchung, die auf Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von 2023 basiert, ergab, dass 21 Prozent der ukrainischen Geflüchteten depressive Symptome und 13 Prozent Angstsymptome aufwiesen. Diese Prävalenzraten liegen über denen von Nicht-Migranten und Migranten ohne Fluchthintergrund.

Soziale Integration, Diskriminierungserfahrungen und Beschäftigung sind wichtige Faktoren, die mit der psychischen Gesundheit von Geflüchteten aller Herkunftsländer in Verbindung stehen. Bei ukrainischen Geflüchteten zeigten sich zudem Zusammenhänge mit Alter, Geschlecht, Einkommen und Wohnzufriedenheit. Für Geflüchtete aus Afghanistan, Iran, Irak und Syrien war die Beherrschung der deutschen Sprache ein relevanter Faktor.

Die Ergebnisse der Studie deuten auf einen erheblichen Bedarf an psychosozialen Unterstützungsangeboten hin. Insbesondere Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung nach der Migration sind eng mit einer schlechteren psychischen Verfassung verbunden.

Hintergrund

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 sind Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen, viele davon nach Deutschland. Die Flucht und die damit verbundenen traumatischen Erlebnisse sowie die Herausforderungen der Integration in einem neuen Land können erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben.

Quelle: nach Medienberichten