Bundeswehr treibt Drohnentechnologie voran und sichert Hubschrauberwartung

Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems hat in der vergangenen Woche einen Auftrag über 30 Millionen Euro für die Lieferung von raketenmotorgestützten Abfangdrohnen des Typs „Skyron-400“ erhalten. Dies gab der Co-CEO des Unternehmens heute bekannt. Parallel dazu trainiert die Bundeswehr die schnelle Softwareentwicklung für zivile Drohnen, um diese an Führungsinformationssysteme anzubinden.
Im Bereich der Schweren Transporthubschrauber haben Boeing und Lufthansa Technik Defense eine Vereinbarung zur Instandhaltung der neuen CH-47F Block II Chinook der Bundeswehr getroffen. Die Vertragsbedingungen wurden diesen Mittwoch auf der Farnborough International Airshow unterzeichnet und bilden die Grundlage für die künftige Wartung der deutschen Chinook-Flotte.
Zudem tritt Hensoldt dem deutschen Industrieteam für Boeings unbemanntes Luftfahrzeug MQ-28 Ghost Bat bei. Ein entsprechendes Memorandum of Understanding wurde ebenfalls auf der Farnborough Airshow unterzeichnet. Hensoldt ergänzt damit ein Team, dem bereits Rheinmetall, Diehl Defence sowie Rohde & Schwarz angehören.
Allerdings könnte sich das Projekt einer Jagdbomberdrohne der Bundeswehr verzögern. Ursprünglich war die Nutzung ab 2029 geplant, doch interne Unterlagen des Bundesministeriums der Verteidigung deuten darauf hin, dass der Einstieg in diesem Zeitrahmen nicht mehr realisierbar ist. Eine Sprecherin des Ministeriums äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Zeitplänen.
Für den Leichten Kampfhubschrauber H145M (LKH) der Heeresflieger ist zudem eine neue Flugkörperbewaffnung des Typs Spike ER2 vorgesehen. Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat die EuroSpike GmbH mit der Qualifizierung dieses Lenkflugkörpersystems beauftragt.
Hintergrund
Die Modernisierung der Bundeswehr umfasst seit Jahren die Beschaffung neuer Waffensysteme und die Integration unbemannter Technologien. Dies beinhaltet sowohl die Entwicklung eigener Fähigkeiten als auch die internationale Zusammenarbeit mit Partnern und Industrie. Die Anpassung an aktuelle Bedrohungsszenarien und die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit sind dabei zentrale Ziele.
Quelle: nach Medienberichten