Bundeswehr stärkt Autonomie: Raketenstartplatz und Rüstungsproduktion im Fokus

Deutschland prüft die Einrichtung eines eigenen Startplatzes für Trägerraketen der Bundeswehr. Dies soll die strategische Verteilung von Startkapazitäten diversifizieren und das Ausfallrisiko minimieren, da Europa zwar Militärsatelliten produzieren kann, jedoch Engpässe bei den Startmöglichkeiten bestehen, wie aus Berichten hervorgeht.
Im Bereich der Rüstungsproduktion hat der Düsseldorfer Konzern Rheinmetall gestern den Grundstein für ein neues Pulverwerk in Aschau am Inn gelegt. Die Anlage soll ab Mitte 2027 jährlich rund 2.500 Tonnen Treibladungspulver herstellen, wie das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw mitteilte.
Die Bundeswehr modernisiert zudem ihre Fahrzeugflotte: Das US-Unternehmen Allison Transmission liefert im Rahmen eines Großauftrags vollautomatische Getriebe für etwa 3.000 geschützte Eagle V-Fahrzeuge von General Dynamics European Land Systems (GDELS). Der Rahmenvertrag beinhaltet eine Option für bis zu 2.000 weitere Fahrzeuge.
International gab der britische Rüstungskonzern BAE Systems gestern auf der Farnborough International Airshow das erste unbemannte, autonome „Collaborative Combat Aircraft“ (CCA) namens Brontanax bekannt. Dieses soll die Kampfkraft der Luftstreitkräfte durch zusätzliche, kostengünstige Einsatzkapazitäten erweitern. Parallel dazu erhielt Kanada Beobachterstatus beim Global Combat Air Programme (GCAP), einem Kampfflugzeugprojekt von Italien, Japan und dem Vereinigten Königreich.
Hintergrund
Die Bundeswehr strebt seit längerem eine größere Unabhängigkeit bei der Beschaffung und Nutzung militärischer Güter an. Dies umfasst sowohl die Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie als auch die Sicherung strategischer Fähigkeiten wie den Zugang zum Weltraum. Die aktuellen Entwicklungen sind Teil dieser umfassenden Strategie zur Erhöhung der Resilienz und Handlungsfähigkeit.
Quelle: nach Medienberichten